Laichzug der Donaunasen

b_200_150_16777215_00_images_news_2016_1_Laichzug_der_Donaunasen_1.jpgSeit Jahrhunderten sammeln sich die Donaunasen im Frühjahr (März/April) und ziehen in die Zubringer zum Laichen. Einer dieser Laichflüsse ist im Bereich des Nationalparks Donauauen (östlich von Wien) die Schwechat. Seit vielen Jahren beobachten meine Freunde und ich akribisch das Laichgeschehen der Nasen an der Schwechat. Um mir einen aktuellen Überblick über die Bestände zu verschaffen, ist der alljährliche Laichzug eine sehr gute Gelegenheit. Im Raum Achau liegt jener Flussabschnitt der Schwechat, an den die Nasen jährlich zum Laichen an die Schotterbänke zurückkehren. Bewirtschaftet wird dieser Gewässerabschnitt der Schwechat vom Sportfischerverein für Wien und Niederösterreich.

Dieses Jahr zogen etwa fünfzehnhundert bis zweitausend Fische in die Schwechat zum Laichen. Wegen des bedeckten Himmels war nur sehr schwer ein Überblick über den aufgestiegenen Bestand zu gewinnen. Der Laichzug erfolgte dieses Jahr verhältnismäßig früh und war nach zwei Tagen bereits wieder zu Ende. Aufgrund der augenscheinlichen Wahrnehmungen bleibt der Bestand in den letzten drei Jahren etwa gleich. Auch ist ein geringfügiger Wandel in der Bestandspyramide bemerkbar, es ziehen wieder vermehrt kleinere Nasen (drei-, viersömmerige) mit.

Ein Erfolg, der neben der Renaturierung der Schwechat auch auf die begleitenden Maßnahmen des Sportfischervereines für Wien und Niederösterreich und die Unterstützung dessen Vereinsmitgliedes des Gewässerökologe DI Georg Fürnweger zurückzuführen ist. DI Georg Fürnweger und sein Team aus jungen Gewässerökologen tragen durch das Abstreifen von laichreifen Nasen vor Ort, dem anschließenden Erbrüten der befruchteten Eier im Bruthaus Matzleinsdorf bei Melk und dem Rückversetzen der Brütlinge in die Schwechat zur Bestandssicherung entscheidend bei.

Die Veränderungen an den Habitaten, der Verlust von Aufstiegsmöglichkeiten in die Laichgründe innerhalb der Donau selbst und ihrer Zuflüsse, der Wellenschlag der Schifffahrt und auch der Ausfraß durch fischfressende Vögel sowie sonstige Umwelteinflüsse sind mit Bestimmtheit jene Ursachen, die für die Verminderung der Bestände maßgeblich sind.

Noch vor zwei Jahrzehnten verrichteten an den Schotterbänken der Schwechat viele tausende Fische ihr Laichgeschäft. Über die damaligen für uns goldenen Zeiten sprechen meine Freunde und ich noch heute sehr oft! Trotz einer gewissen spürbaren Bestandsstabilisierung müssen wir unsere unnachgiebigen Bemühungen zur Erhaltung der Fischbestände im Donauraum weiterhin intensiv fortsetzen.

Ich darf nachhaltig betonen, dass es mir fern liegt, bezüglich der Fischbestände im Donauraum irgendwelche Schwarzmalerei zu betreiben, doch ist es für mich als Staatsbürger ebenso unzulässig, etwas schön zu reden und die Realität nicht anzusprechen! Ein besonderes Dankeschön an den NÖ Landesfischermeister Karl Gravogl, das ÖKF und alle jene Vereine und Einzelpersonen, die sich stetig im Donauraum für die Erhaltung unserer Fischbestände einsetzen.

Folgen Sie dem n. a. Videoclip, in dem das Geschehen dokumentiert wurde:

 

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Donaunase

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Laichzug der Donaunasen

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Die renturierte Schwechat

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Mit der Natur wieder im Einklang

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DI Georg Fürnweger und Mitarbeiterin

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Donaunasen